7. Mai 2020

Nachtspeicherheizung: Muss sie weg oder darf sie bleiben?

Nachtspeicherheizungen wirken auf manche wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Viele MieterInnen oder EigentümerInnen sehen in ihnen vor allem die Nachteile: Sie gelten als unflexibel und teuer, sehen zudem oft unschön aus. Aber hilft da nur „raus damit und neu gebaut“? Wir sagen: Nein! Denn die Nachtspeicherheizung ist besser als ihr Ruf.

Wer in eine neue Wohnung zieht oder einen Bestandsbau kauft, kennt die böse Überraschung: Die Heizung entspricht nicht ganz den eigenen Wünschen. Gerade in Gebäuden aus der Nachkriegszeit ist sie oft verbaut: Die Nachtspeicherheizung. Im vergangenen Jahrhundert galt sie als moderne Form des Heizens, die Öl- und Kohleöfen ersetzen sollte.

Heute sehen Mieter und Eigentümer vor allem die Nachteile. Die Heiztemperatur der über Nacht aufheizenden Speicherheizung kann teils nur ungenau eingestellt werden und die Kosten für den zum Betrieb nötigen Strom erscheinen auf den ersten Blick teurer als Gas oder Öl.

Alte Technik neu nutzen

Trotzdem: Eine Nachtspeicherheizung zu ersetzen kostet ebenfalls viel Geld und widerspricht im Grunde auch dem Anspruch an Nachhaltigkeit. „Wenn in meinem Haus eine bestimmte Technik verbaut ist, lohnt es sich, zunächst mal genau zu schauen, ob ich sie mir nicht zunutze machen kann“, findet auch Matthias Gücking von den Stadtwerken Iserlohn. Gemeinsam mit einem festen Projektteam hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Ruf der Nachtspeicherheizung zu retten.

„Klar ist: Die Nachtspeichertechnik wäre für einen Neubau sicher nicht meine erste Wahl“, gibt Matthias Gücking zu, „aber da, wo sie bereits verbaut ist, wollen wir schauen: Wie kriegen wir sie so genutzt, dass sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ansprüche erfüllt werden können?“ Das Iserlohner Projektteam aus ortsansässigen Installateuren und Fachkräften des Heimtversorgers will diese Frage im Rahmen von PowerSharing beantworten.

Nachtspeicher komfortabler, günstiger und umweltfreundlicher nutzen

„Wir wollen zum einen die Nutzung der Nachtspeicherheizung komfortabler gestalten, indem wir z.B. prüfen, wie wir die Geräte besser regulierbar machen können“, so Gücking. So seien Nachtspeicherheizungen heute nicht mehr unbedingt an die lange Nachtladezeit und eine kurze Tagladezeit gebunden, sondern könnten auch in den Tagstunden länger geladen werden. „Das verschafft den Nutzern mehr Flexibilität und erhöht den Wohnkomfort deutlich“, erklärt Matthias Gücking.

Ergänzend zu Fragen des Komforts, will das PowerSharing-Projektteam auch die Stromkosten von Nachtspeicherheizungen unter die Lupe nehmen und Einsparpotentiale entdecken. Und dann wäre da noch der Aspekt des Umwelt- und Klimaschutzes. Denn immer mehr Nutzer steigen auf grüne Energie um und verabschieden sich von Strom aus Öl- und Kohlekraftwerken.

„Für den Betrieb von Nachtspeicherheizungen bietet sich Strom aus regenerativen Energiequellen geradezu an. Hier bieten sich tolle Möglichkeiten, zum Beispiel für Besitzer von Photovoltaikanlagen. Oder auch durch einen regionalen Strommarkt, der das Ziel unserer PowerSharing-Bestrebungen ist“, erläutert Matthias Gücking. So könne zukünftig Nachbar B den überschüssigen Strom nutzen, den Nachbar A mit Sonnenstrom gewinnt oder in seinem Blockheizkraftwerk produziert.

„Nachtspeicherheizungen können zu einem wichtigen Bestandteil der Energiewende werden“, ist sich Matthias Gücking sicher. „Wir wollen den Nutzern dabei helfen, mit ihrer bestehenden elektrischen Speicherheizung glücklich zu werden“. Und das geht so:

Sie nutzen Nachtspeicherheizungen und interessieren sich für eine Optimierung dieser Heizform?

Dann melden Sie sich bei uns! Das Projektteam „Nachtspeicher“ aus Fachleuten des Heimatversorgers und Iserlohner Installateuren sucht für sein Pilotprojekt ein Wohnobjekt mit bis zu fünf Wohneinheiten aus Iserlohn oder Umgebung, dessen Eigentümer Interesse hat, seine bestehenden Nachtspeicherheizungen zu optimieren.

Wenn Sie Besitzer eines solchen Gebäudes mit Nachtspeicherheizungen sind, können Sie Teil des Projekts werden, das in der zweiten Jahreshälfte 2020 durchgeführt werden soll.

Melden Sie sich bei:
Matthias Gücking
02371 807 1612
m.guecking@heimatversorger.de

Meldungen

9. Juli 2020

Stromsparen in der Industrie: Stromspitzen reduzieren, Lastgang glätten

An Stromspartipps für Privathaushalte mangelt es heutzutage nicht mehr: An vielen Stellen liest oder hört man, wie man die eigenen Kosten senken und gleichzeitig durch nachhaltigere Energienutzung die Umwelt schonen kann. Das ist ein guter Weg. Aber wussten Sie, dass der Großteil des Stroms gar nicht in Privathaushalten verbraucht wird? Rund 70% des in Deutschland produzierten Stroms werden von Industrie und Gewerbe, in Unternehmen für Handel oder Dienstleistungen verbraucht. Darum ist es umso wichtiger, beim Stromsparen auch – oder erst recht – hier anzusetzen!

5. Juni 2020

Solarförderung geht weiter: 52-GW-Deckel final abgeschafft

Bis zuletzt galt das Thema als unsicher, seit dem 18. Mai 2020 steht jedoch fest: Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen bleibt bestehen. Das wurde mit der Abschaffung des sogenannten 52-Gigawatt (GW) Solardeckels beschlossen. Die Deckelung hätte dazu geführt, dass ab spätestens Herbst 2020 viele kleinere Solaranlagen nicht mehr förderfähig gewesen wären. Mit Aufhebung des 52-GW-Deckels steht dem geförderten Ausbau von Sonnenstrom nun nichts mehr im Wege.

Lädt Beiträge...

Keine Beiträge mehr...

Keine Beiträge mehr...